
Nielsens Schätze und der Genius von Brahms und Kodály
Nordby Kirche, Fanø. Mittwoch, 12. August 2026 um 19.30 Uhr
All-inclusive-Festival-Ticket KR. 700,-
Nielsens Schätze und der Genius von Brahms und Kodály
Ludolf Nielsen (1876-1939): Streichquartett Nr. 1, op. 1
I. Allegro moderato
II. Andante espressivo
III. Scherzo: Allegro molto
IV. Finale: Allegro con fuoco
Zoltán Kodály (1882-1967): Serenade für zwei Violinen und Viola, op. 12
I. Allegramente
II. Lento, ma non troppo
III. Vivo
Johannes Brahms (1833-1897): Trio für Violine, Horn und Klavier in Es-Dur, op. 40
I. Andante
II. Scherzo: Allegro
III. Adagio mesto
IV. Finale: Allegro con brio
Sini Simonen, Geige · Juliette Roos, Geige · Michel Camille, Bratsche · Pau Codina, Cello · Joke Wijma, Horn · Valdemar Wenzel Most,
Nielsens Schätze und der Genius von Brahms und Kodály
Das zwölfte Konzert von Fanø Festival 2026, Nielsens Schätze und der Genius von Brahms und Kodály, bringt ein herausragendes internationales Ensemble von Musikern zusammen, die aus einigen der führenden europäischen Kammermusiktraditionen stammen. Die Geigerinnen Sini Simonen und Juliette Roos, der Bratschist Michel Camille, der Cellist Pau Codina, die Hornistin Joke Wijma und der Pianist Valdemar Wenzel Most arbeiten gemeinsam an einem Programm, das musikalische Identität, Tradition und Innovation in der dänischen, ungarischen und deutschen Musikkultur erforscht.
Der Abend wird eröffnet mit Ludolf Nielsens Streichquartett Nr. 1, op. 1, ein bemerkenswertes Frühwerk eines Komponisten, der einst als eines der größten sinfonischen Talente Dänemarks galt. Zu Lebzeiten wurde Nielsen für den Ehrgeiz und die Kunstfertigkeit seiner Musik bewundert, doch ein Großteil seines Schaffens ist zu Unrecht vernachlässigt worden. Sein erstes Streichquartett zeigt bereits einen Komponisten von beträchtlicher Fantasie und Zuversicht, der nordische Lyrik mit der reichen harmonischen Sprache der Spätromantik verbindet. Das Werk ist eine faszinierende Erinnerung an eine Zeit, in der die dänische Musik ihre eigene Stimme neben den großen Musiktraditionen Deutschlands und Mitteleuropas suchte. Nur wenige Werke veranschaulichen den Geist der Nielsens Schätze und der Genius von Brahms und Kodály deutlicher als dieses kraftvolle und selten zu hörende Quartett.
Das Programm befasst sich dann mit Zoltán Kodálys Serenade für zwei Violinen und Bratsche, eines der originellsten Kammermusikwerke des ungarischen Komponisten. Die 1919, kurz nach den Wirren des Ersten Weltkriegs, geschriebene Serenade verbindet volkstümlich inspirierte Vitalität mit anspruchsvoller Handwerkskunst. Kodálys lebenslange Faszination für die ungarische Volksmusik hat seine musikalische Sprache tiefgreifend geprägt. Zusammen mit Béla Bartók reiste er durch das ländliche Ungarn, um traditionelle Lieder zu sammeln und zu bewahren - Entdeckungen, die den Verlauf der Musik des 20. In der Serenade werden Anklänge an volkstümliche Melodien und Tanzrhythmen zu einem höchst individuellen und ausdrucksstarken Klangteppich verwoben. Das Herzstück der Nielsens Schätze und der Genius von Brahms und Kodály ist diese Feier der nationalen Identität, die sich in Musik von universeller Anziehungskraft verwandelt.
Das Konzert schließt ab mit Johannes Brahms' Horntrio in Es-Dur, op. 40, eines der persönlichsten und beliebtesten Kammermusikwerke des Komponisten. Das 1865 nach dem Tod seiner Mutter geschriebene Trio hält Momente tiefer Reflexion mit Passagen strahlender Wärme und Freude im Gleichgewicht. Anstatt das moderne Ventilhorn zu verwenden, konzipierte Brahms das Werk ursprünglich für das Naturhorn, dessen charakteristische Farbe Erinnerungen an die Landschaft, ferne Jagdrufe und die Klänge seiner Jugend wachrief.
Das Horntrio nimmt innerhalb der Kammermusik von Brahms einen einzigartigen Platz ein. Die ungewöhnliche Kombination von Violine, Horn und Klavier schafft eine Klangwelt, die im Repertoire ihresgleichen sucht. Im gesamten Werk wechseln sich ausgedehnte lyrische Melodien mit Passagen von Intimität und Zärtlichkeit ab. Auf den langsamen Satz, der oft als eine der bewegendsten Hommagen von Brahms an seine Mutter angesehen wird, folgt ein temperamentvolles Finale, das die Trauer in Bejahung und Feier verwandelt.
Im Mittelpunkt dieses Konzerts steht die Idee des musikalischen Erbes. Ludolf Nielsen versuchte, innerhalb der europäischen Tradition eine eindeutig dänische Stimme zu schaffen. Kodály ließ sich von der ungarischen Volksmusik inspirieren und formte gleichzeitig eine moderne Musiksprache. Brahms, tief verwurzelt in der deutschen romantischen Tradition, verwandelte persönliche Erfahrungen in Musik von universeller emotionaler Kraft. Gemeinsam zeigen diese Werke, wie Komponisten in ganz Europa auf lokale Traditionen, Erinnerungen und kulturelle Identität zurückgriffen, um Musik zu schaffen, die weit über die nationalen Grenzen hinaus wirkt.
Präsentiert in der wunderschönen Umgebung von Nordby Kirche auf Fanø, Nielsens Schätze und der Genius von Brahms und Kodály bietet dem Publikum die seltene Gelegenheit, eine Zusammenkunft international anerkannter Künstler in einem Programm zu erleben, das reich an Farbe, Charakter und emotionaler Tiefe ist. Von der dänischen Romantik über die von ungarischer Folklore inspirierte Vitalität bis hin zur zeitlosen Menschlichkeit von Brahms verspricht der Abend eine unvergessliche Reise durch einige der fesselndsten Kammermusikwerke des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts.
Veranstaltungsort: Nordby Kirche, Fanø